
Richard führte die Gruppe an.
Schussbereit und erschrocken blieben sie stehen, als sie den Talrand überschritten hatten und in unmittelbarer Nähe einen Schäfer erblickten.
Verschüchtert hob dieser, inmitten seiner Schafe Stehende, die Hände.
Klar war, dass sie in der Nähe von Maléme gelandet waren.
Die hügelige Landschaft ließ sie aber ahnungslos, in welcher Richtung es lag.
Westlich oder östlich?
Das aus seiner humanistischen Schulzeit verhasste Altgriechisch fiel Richard wieder ein.
Vielleicht reichte es, um eine Wegweisung zu erhalten.
„Wo ist Maléme?“, radebrechte er mit seinen zusammengeklaubten Vokabeln.
Tatsächlich schien der Frageinhalt verständlich für den Hirten.
Entschieden wies er in Richtung Westen.
War ihm zu trauen?
Richard zögerte.
Sie sahen sich an.
Lebhaft wiederholte der Kreter seinen Fingerzeig und redete.
„Pistepsé me!“, fing Richard auf.
Bedeutete das nicht irgendwas mit „glauben“?
Soll ich ihm glauben?
Prüfend sah er in die Augen des Schafhüters.
Würde er sie in die falsche Richtung schicken, könnte das ihr Verderben sein.
Könnten sie ihm vertrauen, so wie ihm die Schafe vertrauten?
Was tun?
Vertrauen?
Ja!
„Efcharistó!“
Richard dankte und schüttelte ihm die Hand. So schnell sie gekommen waren, so schnell waren sie wieder verschwunden.

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